Facebook Messenger

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Zwangs-App mit Schnüffel-Funktion?

Ein weiterer Umweg ist nun zu: Facebook drängt Kunden zum Chatten in seine Messenger-App für Smartphones. Gleichzeitig steckt in dieser ein enormes Schnüffel-Potenzial.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Facebook macht es für Nutzer noch schwieriger, mit dem Smartphone ohne Messenger-App zu chatten.
  • Auch kocht die Diskussion um mögliche Schnüffel-Funktionen wieder hoch – am Beispiel einer US-Professorin.
  • Der Hintergrund: Facebooks Messenger-App kann in den USA seit 2014 über das Mikrofon des Smartphones Umgebungsgeräusche aufnehmen.

Diese Berechtigungen fordert die App ein

Kritisch sehen wir insbesondere die Palette an weitreichenden Berechtigungen, die der Messenger einholt. Bei Android, stellt das Jugendportal Checked4You zusammen, will die App momentan Zugriff auf:

  • Telefonstatus und Identität prüfen, ausgehende Anrufe umleiten, Telefonnummern direkt anrufen (hierfür können Kosten entstehen!)
  • MMS und SMS lesen, bearbeiten und senden (auch hierfür können Kosten anfallen!)
  • Auf Kontakte zugreifen, um sie zu lesen und zu ändern
  • Standort erfassen
  • Zugriff auf Speicher, Kamera und Mikrofon, um Bilder, Videos und Audio aufzunehmen
  • Zugriff auf die SD-Karteninhalte, um sie zu lesen, zu ändern oder zu löschen
  • WLAN-Informationen abrufen
  • Voller Netzwerkzugriff
  • Dateien ohne Benachrichtigung herunterladen
  • Pairing mit Bluetooth-Geräten durchführen
  • Über anderen Apps einblenden
  • Ruhezustand des Telefons deaktivieren und Vibrationsalarm steuern Audio-Einstellungen ändern
  • Synchronisierungseinstellungen lesen und ändern

Facebook kann damit umfassende Informationen zusammentragen – und zwar nicht nur über seine Nutzer, die dem Ganzen bei Installation und Setzen der Berechtigungen zustimmen. Der Kreis weitet sich über das Adressbuch des Smartphones und die SMS auch auf die Nichtnutzer aus.

Quelle: verbraucherzentrale.de

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